Grundsätzlich bleibt es dem Betreiber einer Trüffelplantage selbst überlassen, ob er sie nach südeuropäischem Vorbild (in versetzten Reihen) anlegt, oder andere Formen, wie z.B. Inselpflanzung mit dazwischen liegenden Freiflächen, bevorzugt.
Auch Agroforstsysteme oder die Einfriedung von Flächen durch Trüffelhecken bieten die Möglichkeit, hunderte von Trüffelbäumen zu pflanzen, während die umschlossenen Grünland-, Garten- oder Ackerflächen als Freiflächen erhalten bleiben.

Solange das benötigte Kleinklima und die grundlegenden Standortbedingungen nicht aus den Augen verloren werden, ist es sowohl dem Pilz als auch dem Baum relativ egal, in welcher Form sie gepflanzt wurden.
Bislang sind uns auch noch keine natürlichen Trüffelstandorte aufgefallen, in denen die Bäume zum Beispiel genau 2×2 oder 4×4 Meter auseinander wuchsen. Worauf wir hinaus wollen: Was das Pflanzbild betrifft, darf auf der eigenen Trüffelplantage also gerne gespielt werden! Auch, wenn Sie in Reihen pflanzen, erzielen Sie zum Beispiel durch unterschiedliche Pflanzabstände innerhalb der Reihen einen ganz persönlichen Charakter Ihrer Plantage.
Unser Motto: Je naturnaher, desto besser – nicht aus Ideologie, sondern vor allem auch aus wirtschaftlicher Sicht!
Standorteigenschaften
Gute Standorte befinden sich meist dort, wo natürlich gewachsene Böden auf kalkhaltigen Urgesteinen vorhanden sind, zum Beispiel auf Muschelkalk, wie hier bei uns im Leinebergland. Diese und ähnliche geologische Eigenschaften bilden das natürliche Kalkdepot, welches für den Trüffelanbau unabdingbar ist. Gut geeignet sind im Allgemeinen +- lehmige Böden, die gerne auch skelettreich sein dürfen, wie z.B. die typischen Rendzina-Standorte. Im Gegensatz zur Perigordtrüffel, hat die Burgundertrüffel eine sehr große Standortamplitude, was sie beispielsweise auch auf tendenziell sandigen oder tonigen Lehm-Böden gedeihen lässt – Voraussetzung bleiben dabei immer die wichtigsten Parameter wie eine gute Entwässerung und Durchlüftung des Bodens sowie frei verfügbarer Kalk.
Die wohl wichtigste Voraussetzung für Trüffelplantagen ist also der geeignete Boden.
Ein Großteil der Fehlschläge im Trüffelanbau wäre vielleicht vermeidbar, wenn sich die Plantagenbetreiber an das kleine Einmaleins des richtigen Standortes für eine Trüffelkultur hielten.
Neben grundsätzlichen Eigenschaften wie frei verfügbarer Kalk und dementsprechend hohe pH-Werte (pH >6,5) sowie eine gute Durchlüftung und Entwässerung (keine Staunässe!), spielen auch die chemische Zusammensetzung und die Wasserspeicherkapazität eine maßgebliche Rolle.
In jüngerer Vergangenheit haben sich Verfahren zur Aufbereitung zunächst ungeeigneter Flächen etabliert. Die notwendigen Maßnahmen werden anhand von Bodenanalysen ermittelt.
Der Fokus liegt insbesondere auf dem Kalkgehalt: Das intensive Aufkalken zu saurer Böden beispielsweise, ist heute vielerorts gängige Praxis im Trüffelanbau.
Diese Maßnahme erlaubt es, eine Trüffelkultur auch auf Standorten zu realisieren, die aufgrund ihrer natürlichen Geologie eigentlich keine Trüffeln beheimaten.

Die Wald-Primel ist ein Kalkanzeiger. Wer sich ein wenig mit Kalk liebenden Pflanzen befasst, kann oft schon ohne Untersuchung eine ungefähre Einschätzung über das Vorhandensein von Kalk im Boden vornehmen.
Die Geologie des Jura, der Kreide und des Muschelkalkes sowie eine bergige oder leicht hügelige Landschaft bieten meist perfekte Bedingungen für Trüffelplantagen.
Grundsätzlich können aber überall dort, wo die „richtigen“ Bodeneigenschaften zu finden sind (oder hergestellt werden), auch Trüffeln angebaut werden.
Die Burgundertrüffel ist sehr anpassungsfähig und wurde in allen deutschen Bundesländern nachgewiesen!
Anders als bei südländischen Plantagen, auf denen häufig die Perigordtrüffel (Tuber melanosporum) angebaut wird, fühlt sich die Burgundertrüffel (Tuber aestivum) vor allem in etwas humusreicheren, von Halbschatten geprägten Habitaten wohl. Dies ist ein grundlegender Unterschied zu den Ansprüchen der südeuropäischen Knolle! Bei der Pflanzung sollte man unter anderem also auch immer das später benötigte Kleinklima im Hinterkopf behalten. Sowohl die gewählten Baumarten, als auch die Exposition einer Anbaufläche können hierauf Einfluss haben, sodass jeweils ganz unterschiedliche Pflanzkonzepte zum Tragen kommen können. Jeder Standort sollte individuell betrachtet werden und dank der „Flexibilität“ der Burgundertrüffel, sind viele Flächentypen für einen Anbau geeignet.

Die Untersuchungen wilder Truffièren in Deutschland bezeugen die erstaunlich große Standortamplitude der Burgundertrüffel.
Wasserverfügbarkeit des Bodens

Trüffeln sind Pilze! Und wie jeder andere Pilz auch, brauchen sie Wasser um zu gedeihen. Mit ein paar Handgriffen lässt sich eine Trüffelplantage so präparieren, dass zunächst, in den ersten Jahren nach der Pflanzung, gar keine zusätzliche Bewässerung nötig ist. Später, wenn die Plantage in Produktion geht, ist es von Vorteil, wenn man in Trockenphasen auf eine künstliche Bewässerung zurück greifen kann. So ist auch in schlechten Pilzjahren eine gute Trüffelernte gewährleistet.
Trockene Jahre sind schlechte Pilzjahre. Wer für Wasser sorgt, hat mehr Pilze!
Trüffelanbau im Wald
Ein Trüffelanbau in bestehenden Wäldern ist nur bedingt möglich.
Häufig sind die Vorstellungen vieler Einsteiger zu optimistisch: „Springt nicht der Trüffelpilz auf die anderen Bäume über?“ Ja, das kann der Fall sein. Man kann Altbäume sogar nachträglich beimpfen. Die vegetative Verbreitung, also das Sich-Ausdehnen des Myzels, ist eine der Vermehrungstaktiken eines Pilzes. Er ist also tatsächlich in der Lage, von Baum zu Baum zu wandern. Doch alle Waldbäume beherbergen bereits viele weitere Pilzpartner, was bedeutet, dass ein gewisser Konkurrenzdruck im Boden herrscht. Dass bereits etablierte Fremdpilze auf die jungen Trüffelsetzlinge übersiedeln, ist somit leider viel wahrscheinlicher, als der umgekehrte Fall!
Kleiner Tipp: Ihr Wald befindet sich auf einem kalkhaltigen Untergrund? Dort stehen Eichen, Buchen und Haseln? Es könnte sich lohnen, einmal zu überprüfen, ob es dort nicht längst schon Trüffeln gibt, denn das ist sehr wahrscheinlich. Und wenn es dann keine gibt, hat auch das sicherlich irgendeinen Grund und sollte als Hinweis der Natur verstanden werden: „Trüffel wollen hier nicht wachsen!“. Im Umkehrschluss folgt daraus, dass die beste Ausgangssituation immer ein jungfräulicher Standort ist, auf dem noch keine Waldbäume stehen. Hier kann sich das Trüffelmycel mehr oder weniger konkurrenzlos etablieren.

Ein weiteres Ausschlusskriterium für Trüffelkulturen sind Feuchtwiesen
Vor allem in Überschwemmungsgebieten ist eine Pflanzung von Trüffelbäumen zum Scheitern verurteilt! Staunässe ist eine Gefahr für die Entwicklung der Trüffelmykorrhiza. Das Myzel des Pilzes benötigt eine ausreichende Sauerstoffversorgung, die durch übermäßige Nässe (wie zum Beispiel in Auwäldern) nicht gewährleistet ist.

Trüffelanbau auf Obstwiesen?
Obstbäume bilden eine vollkommen andere Art der Mykorrhiza (die sog. Endomykorrhiza) und stehen deshalb nicht in Konkurrenz zu Trüffelbäumen (Ektomykorrhiza).
Beide können in Mischkultur nebeneinander bestehen, ohne dass eine Kontamination der Trüffelbäume zu befürchten ist. Ein weiterer Vorteil vieler Obstwiesen ist das bereits vorhandene halbschattige Kleinklima, das unsere meisten heimischen Trüffelarten bevorzugen.

Ein sinnvolles „Werkzeug“, um Ihnen einen groben Überblick über die Bodeneigenschaften Ihrer Flächen zu verschaffen, ist für Niedersachsen beispielsweise der NIBIS-Geodatenserver. hier kann man, ähnlich wie bei Google Maps, ganz einfach in die gewünschten Bereiche zoomen (erst dann sind die Ortsnamen erkennbar!) und per Mausklick auf die jeweilige Fläche Informationen über die Bodenbeschaffenheit abrufen. Probieren Sie es doch einfach mal aus (klick aufs Bild)!
Pflanzung
Eine sachgerechte Pflanzung ist für Trüffelbäume von großer Bedeutung.
Es kommt darauf an, den richtigen Zeitpunkt zu wählen und die Trüffelbäume vor Verbiss durch Wildtiere zu schützen.
Wer Letzteres sicherstellen will, ist mit der Einzäunung der gesamten Trüffelplantage bestens beraten. Ein Wildzaun sollte unbedingt von Anfang an dafür sorgen, dass weder Reh- oder Rotwild, noch Hasen oder Kaninchen die meist noch sehr zarten Bäume verbeißen.
Die perfekte Pflanzzeit sind der Herbst und der Frühling.
Im Frühjahr sollte jedoch berücksichtigt werden, dass ein Wässern der Setzlinge notwendig sein kann, denn lange Trockenperioden können das Anwachsen der noch sehr sensiblen Trüffelbäumchen negativ beeinflussen oder sie schlimmstenfalls komplett vertrocknen lassen.

Die Pflanzungen von professionellen Plantagen mit mehreren hundert Trüffelbäumen finden vorzugsweise auf landwirtschaftlich genutzten Flächen statt.
Dieses müssen nicht zwingend Äcker im konventionellen Sinne sein. Auch Grünland und viele andere landwirtschaftliche Bereiche können interessant sein, denn der Kreativität beim Pflanzbild sind kaum Grenzen gesetzt. So kann man landwirtschaftliche Flächen zum Beispiel mit Trüffelhecken einfrieden oder Trüffelinseln anlegen.

„Agroforst“ ist an dieser Stelle das Schlagwort – eine zukunftsträchtige Anbaumethode, die die Möglichkeit bietet, Äcker auch mit (Wald-) Bäumen zu bestocken – Bedingung bei diesen sogenannten Agroforstsystemen ist, dass weiterhin ein landwirtschaftliches Produkt kultiviert wird, was bei Trüffelstreifen und -plantagen zweifelsfrei der Fall ist. Der Vorteil liegt für die meisten Landwirte darin, dass ihre Flächen nicht den Ackerstatus verlieren.
Ein maschineller Umbruch von Dauergrünland ist übrigens nicht notwendig, gleichwohl wird eine (Um-) Nutzung als Trüffel-Dauerkultur als Umbruch eingestuft. Die Betreiber sollten sich also zu allererst immer rechtlich absichern, ob eine Bestockung mit Bäumen im Rahmen eines Agroforstsystems, beziehungsweise eine Umwandlung in eine extensive Dauerkultur, möglich ist!
Auch kleinere Truffieren, Trüffelgärten oder Zwischenpflanzungen auf bestehenden Obstwiesen sind möglich und bieten viele Optionen!
Warum also bei der Hainbuchenhecke oder dem neuen Haselstrauch im heimischen Garten nicht auch beimpfte Setzlinge verwenden?

Je nach gewählter Pflanzform und Anbaukonzept, finden zwischen 600 und 2000 Trüffelbäume auf einem Hektar Land ihren Platz.
Die Reihenpflanzung hat vor allem bei der Bearbeitung mit Maschinen (Mähen usw.) Vorteile. Bei kleineren Truffieren können aber sowohl der ästhetische Wert, als auch die naturnahe Gestalt der Plantage von Bedeutung sein.
Egal, für welche der zahlreichen Varianten Sie sich entscheiden: Ziel sollte es immer sein, die Standortbedingungen natürlicher Trüffelstandorte zu imitieren!
Ernte
Die Erntezeit unserer heimischen Trüffelarten ist abhängig von der jeweiligen Art.
Die Burgundertrüffel (Tuber uncinatum) erntet man ab September/Oktober, bis in den Dezember, in wärmeren Wintern sogar bis in den März hinein.
Wie schon der Name verrät, findet die Ernte ihrer früh fruchtenden Varietät, der Sommertrüffel (Tuber aestivum), eher in den wärmeren Monaten, von Juni bis September, statt. Es ist mittlerweile bekannt, dass beide „Arten“ eigentlich ein und dieselbe sind. Auf Grund ihrer unterschiedlichen Fruktifizierungszeit, werden sie von Einigen zwar weiterhin namentlich unterschieden, als botanische Bezeichnung hat sich inzwischen aber die Schreibweise „Tuber aestivum var. uncinatum“ etabliert, womit beide Varietäten erfasst sind.
Tatsächlich gibt es in Frankreich einige Anbieter von Trüffelbäumen, die bei der Impfung beide Varietäten differenzieren. Das ist allerdings wenig glaubhaft, denn es gibt 2-3 Monate, in denen eine hundertprozentige Abgrenzung kaum realistisch ist.
Wir pflanzen und produzieren unsere Trüffelbäume übrigens ausschließlich mit heimischen Impfstoffen, die zudem eine möglichst große Spanne der Fruktifizierungszeit widerspiegeln. Wir wollen dadurch erreichen, dass eine entsprechend große Palette an Genpools vorhanden ist. Im besten Falle ist die Burgundertrüffel also durch beide oben genannten Varietäten auf der Plantage vertreten und der Trüffelbauer kann von Juni bis Dezember ernten.
Die Burgundertrüffel verbirgt sich, im Gegensatz zu ihrer südeuropäischen Schwester, der Perigordtrüffel, relativ flach unterhalb der Erdoberfläche.
Von 0 – 20 cm Tiefe (nur selten tiefer) ist mit ihr zu rechnen . Hier und da schaut sie sogar mit dem Scheitel aus dem Erdboden. So kann ein trainiertes Auge sie auch ohne tierische Hilfe finden. Dies kann an einem Hang oder Wall immer mal wieder vorkommen, da hier durch Regenfälle die oberen Streuschichten stellenweise abgetragen werden.

Über die Erntezeit von Wintertrüffel (Tuber brumale) und Frühjahrstrüffel (Tuber borchii) braucht man wohl nicht mehr viel zu sagen. Erwähnenswert ist allerdings, dass aufgrund der zunehmenden Beschäftigung mit unseren heimischen Trüffeln immer wieder erstaunliche Erkenntnisse gewonnen werden – die es in Südeuropa ganz einfach nicht gibt, weil dort fast ausschließlich die Perigordtrüffel angebaut wird. So ist z.B. festzustellen, dass sich die Reifezeiten mancher Trüffelarten verschieben beziehungsweise ausdehnen. Dies hat unter anderem sicherlich mit dem sich ändernden Klima zu tun: Die Winter werden immer milder, die Sommer immer trockener. Das sorgt für etwas Unruhe im Reich der Pilze und so erlebt man es immer öfter, dass bereits im April/Mai die ersten Sommertrüffeln beginnen zu reifen. Gleichzeitig sorgen aber die länger anhaltenden Trockenperioden im Frühjahr und Sommer dafür, dass für Plantagenbetreiber eine Bewässerung der Anlage nahezu ein Muss ist, wenn eine gewisse Produktionsmenge gesichert sein soll!

Trüffelschweine sind „out“!
Sie mögen die wertvollen Pilze selbst viel zu gerne. Weil Trüffeln neben zig weiteren verlockenden Pheromonen auch das Sexualhormon eines Ebers imitieren, wurden Sauen lange Zeit zur Trüffelsuche eingesetzt. Bevor man sich versieht, verschwinden die edlen Knollen also im Schlund eines Schweines, während der Trüffeljäger selbst leer ausgeht. In Frankreich gibt es dennoch auch heute noch einige Trüffelbauern, die auf diese traditionelle Art auf Trüffelsuche gehen.
Die Ernte der Fruchtkörper wird heutzutage mit speziell ausgebildeten Trüffelhunden durchgeführt.
Diese sind in der Lage, einen Fruchtkörper unter der Erdoberfläche punktgenau zu orten. Zeigt der Hund durch Kratzen, „Sitz “ oder Bellen (je nach Ausbildung) an, dass er fündig geworden ist, kann die Trüffel durch ein entsprechendes Werkzeug vorsichtig aus dem Boden entnommen werden. Ein speziell dafür hergestelltes Hilfsmittel ist die Vanghetta, eine aus Italien stammende Grabhilfe, die sich durch Form und Beschaffenheit perfekt für das Herauslösen des Fruchtkörpers eignet.

Nicht jeder Betreiber einer Plantage muss sich zwingend einen Trüffelhund zulegen. Die Ausbildung dieser Hunde ist aufwändig und erfordert viel Geduld.
Dank einer immer größer werdenden „Familie“ von gut ausgebildeten Trüffelhunden sowie Hundeführern, sind wir langfristig in der Lage, für fast alle Regionen Deutschlands die Ernte auf Trüffelplantagen als Dienstleistung zu planen und zu organisieren!

Trüffelschädlinge

Eigentlich liegt es ja nahe: Als schlimmsten Feind des Trüffelbauern, betrachten die meisten spontan das Wildschwein. Denn viele haben bereits gehört oder gesehen, dass Trüffeljäger mit Sauen durch die Wälder streifen – und schließlich gibt es diese Tiere ja auch wild lebend – und dies wohl in eher zunehmender Zahl.
Doch Vorsicht mit „Schnellschüssen“! In den ersten Jahren einer jungen Plantage stellt das Schwarzwild kaum eine Gefahr für Baum und Pilz dar. Das liegt ganz einfach daran, dass noch keine verlockenden Fruchtkörper vorhanden sind. Und da Wildschweine, im Gegensatz zu Rehen und Hasen, eher selten an Jungbäumen knabbern, gibt es in den ersten 3-5 Jahren weitaus größere Gefahren, die ohne schnelles Handeln zu immensen Schäden führen können.
Trüffeln stellen für Wildschweine eigentlich gar keinen echten Nährwert dar! Ohne den verlockenden Duft, wären die Sauen sicher vollkommen uninteressiert an den schwarzen Knollen. Schnecken und Mäusenester bieten hingegen viel eiweißreiche Nahrung, weswegen man das Wildschwein fast als einen „Nützling mit schlechtem Charakter“ bezeichnen könnte.
Anwachsphase

Mäuse gehören zwar zu den kleinsten Störenfrieden, doch in Jahren mit einer explosionsartigen Populations-Zunahme (und die gibt es regelmäßig!) können sie an jungen Bäumen nachhaltige Schäden verursachen. Wir haben das auf den Plantagen der Alfelder Trüffel GbR selbst erlebt und mussten es hinnehmen, dass insgesamt etwa 80 unserer 1-3-jährigen Trüffelbäume nicht mehr zu retten waren.


Einer der besten Freunde des Trüffelbauern: Falken, Bussarde und Eulen sind das natürlichste Mittel gegen Nager!
Ansitze für Greifvögel, sogenannte Julen, sind das beste natürlich wirkende Abwehrmittel gegen Mäuse – und damit sollte es das Mittel der ersten Wahl sein! Julen bilden die erhöhten „Stützpunkte“ der natürlichsten „Luftwaffe“ der Welt: Falken, Bussarde, vor allem aber die nachtaktiven Eulen wie Uhu oder Wald- und Steinkauz, nutzen sie beim Beutefang und sind damit in der Lage, einen erheblichen Teil des Mäusebestandes zu eliminieren. Bringt man dann noch Vogelhäuser an ihnen an, lockt man ganz nebenbei kleinere Vögel auf die Trüffelplantage, die wiederum die Insekten, Larven und Maden in Schach halten.
Schadbilder

Die Feldmaus und der Hase lieben die Rinde junger Bäume.

Reh- und Rotwild, aber auch Hasen, knipsen besonders gerne die jungen Triebe der Bäume ab.

Die Schermaus rückt den Wurzeln des Baumes zu Leibe. Bis man es merkt, sind sie oft komplett abgefressen – und der Baum tot!
Die Ergebnisse ähneln sich: verkümmerte Bäume, abgestorbene oder vertrocknete Sträucher, verlangsamtes Wachstum.

Produktionsphase
Spätesten, wenn die Plantage Trüffeln produziert, werden Sie auch Bekanntschaft mit einigen der kleinsten Schädlinge machen, die überaus zahlreich auftreten und in der Lage sind, die Fruchtkörper so zu schädigen, dass sie – zumindest im Ganzen – nicht mehr verkauft werden können.

Die Rede ist natürlich von Schnecken und Insekten. Dass Maden und Schnecken ein ständiger Begleiter von Pilzen sind, weiß jeder Pilzsammler. Bei den Trüffeln ist es jedoch sogar so, dass sich einige Arten regelrecht auf sie spezialisiert haben. So legen beispielsweise die Trüffelfliege (Suillia tuberiperda, Foto) und die Trüffelkäfer (Leiodidae) ihre Eier vorzugsweise in reifen Fruchtkörpern von Trüffeln ab. Diese sind dann nicht selten von hunderten winziger Maden durchsetzt, welche obendrein häufig erst beim Reinigen unter fließendem Wasser ihre schützende Unterkunft verlassen.
Wirtschaftlichkeit von Trüffelplantagen
Ein zentrales Thema im Kontext der wirtschaftlichen Aspekte des Trüffelanbaus in Deutschland, ist die Frage nach verlässlichen Investitions- und Ertragsprognosen. Logisch!
Und Deutschland spielt natürlich eine gewisse Sonderrolle innerhalb dieses Themas. Fast auch irgendwie logisch.
Für Trüffelanbauinteressierte ist es besonders schwierig, realistische Businesspläne zu erstellen, weil so viele unterschiedliche Kennzahlen im Raum stehen. Dies erfordert einen immensen Aufklärungsbedarf. Wir versuchen im Folgenden, ein wenig dazu beizutragen.
Diese Herausforderung ist insbesondere dem Umstand geschuldet, dass wir eine „verspätete Trüffelnation“ sind:
Während Frankreich bereits seit den 1970er Jahren auf etablierte Plantagen und verlässliche Ertragsdaten zurückgreifen kann, befindet sich Deutschland noch in einer Phase des Erwachens in Bezug auf die Erkenntnis, dass wir eine uralte Trüffelnation mit unglaublichem Trüffel-Potenzial sind. Noch fehlt es hierzulande jedoch an belastbaren Erfahrungswerten und vor allem breit gefächerten Erfolgsreferenzen, die Investoren und Landwirten eine realistische Einschätzung ermöglichen.
Für Neueinsteiger bedeutet dies eine erhebliche Unsicherheit: Investitionskosten und Ertragsprognosen sind schwer kalkulierbar, denn nicht selten findet man sich in einem Gestrüpp unendlich vieler Trüffelanbau-Konzepte und Versprechen wieder. Am Ende aller Recherchen steht man dann nicht schlauer, sondern verwirrter da. Man kann ja nur glauben, was einem erzählt wird – und da, wo es um Geld geht, wird immer viel erzählt. Sehr viel.
„Das Schöne ist doch, dass man dem deutschen Bauern beim Thema Trüffel noch so ziemlich alles verklickern kann“.
Dies scheint leider häufig das eigentliche Konzept zu sein.
Die Unsicherheit von Neulingen innerhalb der deutschen Trüffelszene, wird von teils exklusiv vermarkteten „Geheimwissen-Angeboten“ verstärkt, die mit unrealistischen Ertragsversprechen von (mehreren) hundert Kilogram Trüffeln je Hektar locken. Das jeweils angepriesene Anbau-Konzept erzielt dann nur mit den Trüffelbäumen aus der jeweils hauseigenen Trüffel-Baumschule den versprochenen Erfolg. Diese sind nämlich aus irgendwelchen Gründen auch meist ziemlich einzigartig, und was einzigartig ist, ist natürlich auch immer „ein wenig“ teurer – das ist doch klar!
Die Folge: In Deutschland wird aktuell oft das Doppelte bis Dreifache für einen Trüffelbaum ausgegeben, als es in anderen europäischen Trüffel-Nationen bei selber Qualität der Fall ist.
Viele der angepriesenen Anbaumethoden basieren auf Hochrechnungen oder idealisierten Modellen, die oft von kleinen, natürlichen Fundstellen ausgehen und dann auf Plantagenflächen übertragen werden – ein methodischer (wenn nicht ein bewusster?) „Fehler“, der zu überhöhten Erwartungen führt. Hoch produktiven Standorten wird ein Anbau-Konzept „übergestülpt“, als hätte man selbst diesen Standort „erfunden“. So wird dem Kunden suggeriert, die hohe Produktivität sei eben diesem speziellen „Konzept“ zuzurechnen – nicht dem Standort selbst.
Diese Situation erfordert ein besonders kritisches Abwägen und ein fundiertes Verständnis der wirtschaftlichen Faktoren, um nachhaltige Entscheidungen treffen zu können. Nur so kann der Trüffelanbau in Deutschland langfristig nicht nur als Nischenprojekt, sondern als rentable landwirtschaftliche Alternative etabliert werden!
Tipp!
- „Wo befindet sich die eigene Trüffelkultur, die die gemachten Versprechen nachweißlich widerspiegelt?“
- „Kann man diese Fläche besichtigen?“
- „Wieviel Trüffel haben Sie selbst bislang dort geerntet und welche Vertriebswege nutzen Sie?“
- „Wieviele Hektar haben Sie für sich selbst nach Ihrem Konzept angelegt?“ (Hinweis: schließlich reden wir bei Versprechen von 100-300 kg Trüffel / Hektar und einem Durchschnittspreis von 500,00 € / kg von einem Jahresumsatz von 50.000€ – 150.000€ je Hektar! Wäre doch dumm, das nicht auch selbst großflächig umzusetzen?! )
- …etc…
Wir sind überzeugt davon, dass die Kombination aus jahrelanger Praxiserfahrung und einer transparenten Gegenüberstellung der Vor- und Nachteile unterschiedlicher Anbaukonzepte und -philosophien gegenüber Neueinsteigern die Voraussetzung dafür ist, den Trüffelanbau in Deutschland langfristig auf eine solide Basis zu stellen.
Dabei geht es nicht um das Diskreditieren anderer Anbaumethoden, sondern darum, Interessierte in die Lage zu versetzen, die richtige Entscheidung für den eigenen Betrieb treffen zu können. Denn je nach Betriebsgröße, Standort, Vision und Philosophie, finanzieller Ausgangslage, …, stehen unterschiedliche Konzepte zur Debatte, die jeweils berechtigte Argumente ausweisen – und das Verstehen dieser Unterschiede ist die wichtigste Grundlage für richtige Entscheidungen!
Was verdient man im Trüffelanbau?
Um einen Einblick in die Spannbreite der unterschiedlichen Szenarien zu ermöglichen, folgen einige Eckdaten, anhand derer ersichtlich wird, warum es so schwierig ist, konkrete Angaben zu machen, da sowohl Kosten als auch Umsätze extrem davon abhängen, welche Anbau-Philosophie Sie auf welchem Standort umsetzen möchten.
Gut geführte Trüffel-Plantagen auf guten Standorten beweisen, dass man durch den Anbau von Trüffeln hohe Erträge erwirtschaften kann. Wir produzieren eines der teuersten Nahrungsmittel der Welt und das einzigartige Aroma dieses „geheimnisvollen“, unterirdisch wachsenden Edelpilzes wird dazu beitragen, dass sich in den kommenden Jahrzehnten wohl kaum etwas daran ändern wird.

Was kostet eine Trüffelplantage?
Je nach Anzahl der Bäume (600 – 2000 Stck. / Hektar) und Beschaffenheit des Standortes, investieren Sie 12.000 – 48.000 € / Hektar.
Die Kosten variieren extrem stark, je nachdem, auf welches Anbaukonzept Sie setzen und woher Sie Ihr Pflanzgut beziehen.
Haben Sie die folgenden Aspekte bedacht?
Chancen des Trüffelanbaus
Mit Trüffeln wird ein Nischenprodukt kultiviert, dessen Exklusivität gute Absatzmöglichkeiten fast schon garantiert:

Aus Sch*** Gold machen? Chips mit Trüffeln kommen dem sehr nahe!
Man sollte nicht nur das frische Produkt „Trüffel“ im Auge haben!
Schaut man sich auf dem Gourmet-Markt um, wird einem schnell klar, welch große Palette an Trüffelprodukten im Umlauf ist. Von der Trüffelbutter über eine Vielzahl an Ölen, bis hin zur Trüffel-Wurst, -Käse, -Honig und vieles andere mehr. All diese Produkte bieten dem Trüffelbauern diverse Möglichkeiten, auch seinen „Bruch“ oder beispielsweise von Tieren angenagte Fruchtkörper – also B-Ware – sinnvoll zu verwerten. Dies macht allerdings auch deutlich, dass die Kreativität und ein wenig Akquise der Trüffelbauern immer mit entscheidend für Erfolg oder Misserfolg sind!


Jede Stadt hat ihre Fleischer und Bäcker, vielleicht auch einen Imker oder eine Käserei. Seien Sie versichert, dass viele von denen Lust hätten, mit echten heimischen Trüffeln zu experimentieren!
Trüffeln als Sekundärfrucht – oder anders herum…!

Einer der wichtigsten Symbiosepartner unserer heimischen Trüffelarten ist die Haselnuss (Corylus avellana).
Nun muss man nicht sonderlich einfallsreich sein, um auf die Idee zu kommen, beide Früchte, also Trüffeln und Haselnüsse, innerhalb ein und derselben Kultur anzubauen.
Um es kurz zu machen: klar geht das! Klar ist aber auch, dass die Anlage so gestaltet sein muss, dass die Kulturführung der einen Frucht nicht den Kulturbedingungen der jeweils anderen widerspricht. Dies gilt grundsätzlich auch für andere Kombinationen. Ganz ohne Kompromisse geht es wohl nicht!
Zum Beispiel ist es bislang relativ umständlich, sortenreine „Nuss-Trüffelbäume“ zu akzeptablen Preisen zu produzieren. Doch dank des großen Interesses werden sich in den kommenden Jahren sicherlich auch hier produktionstaugliche Praktiken entwickeln.

Trüffeln und Wein
Zumindest für Gourmets, ist eine bessere Kombination wohl kaum denkbar! In diesem Falle sind jedoch nicht die verwendeten Pflanzen (also die Weinreben) der Schlüssel, sondern die Standortbedingungen. Bei Wein und Trüffeln gleichen sich diese in so hohem Maße, dass es bereits Versuche in einigen Weinregionen gibt, die sich mit der Kombination beider Anbauverfahren auf ein und derselben Fläche beschäftigen. Fest steht zumindest, dass alte oder brachliegende Weinberge sehr häufig auch perfekte Standorte für Trüffelplantagen sind.
Sogar die Kosmetikbranche profitiert von Trüffeln: Diese bestehen übrigens zu über 90% aus Wasser – aber bei dem Preis muss doch auch was Gutes für die Haut mit drin sein!

Die Gastronomie wartet sehnlichst auf die Möglichkeit, heimische Trüffeln verarbeiten zu können. Hört man sich um, so stellt man fest, dass es ein äußerst großes Interesse seitens der Gastronomen gibt, auf frische, heimische Ware zurück greifen zu können. Aktuell ist es so, dass jede Trüffel, die (legal) verarbeitet wird, importiert ist und somit schon seit Tagen durch die Welt kutschiert wurde. Da die Trüffeln jedoch sehr schnell an Aroma verlieren sobald sie erst einmal entnommen sind, ist die Qualität der heimischen Ware viel besser, frischer, aromatischer, usw.!
„morgens geerntet, mittags oder abends frisch serviert“ – schon bald wird das die Zukunft in Deutschland sein!
Trüffelwanderungen, Trüffelsuche mit Hund, Plantagenführungen, Vorträge. Das alles „mit anschließendem 4-Gänge-Menu im edlen Ambiente.“Mit ein paar Ideen und Kreativität werden die Trüffelregionen Deutschlands langfristig auch von weither angereisten Besuchern und Interessenten profitieren. Es gibt Spargelregionen, Weinanbaugebiete – alle Regionen nutzen ihre kulinarischen Besonderheiten auch, um zu werben. Vielleicht finden sich in einigen Jahren auch Reiseveranstalter, die eine „Trüffelfahrt“ in ihr Programm aufnehmen?! In Frankreich und Spanien leben einige Kommunen fast ausschließlich von der Trüffelproduktion. Busseweise werden Touristen in die einschlägigen Orte gebracht, um die geheimnisvollen Trüffelmärkte einmal „live“ erleben zu können.
Warum sollte das, was an anderer Stelle erfolgreich praktiziert wird, nicht auch bei uns ins Deutschland funktionieren?
So wie auf dem Foto sieht es in vielen Teilen Deutschlands aus: Monokulturen erstrecken sich kilometerweit bis zum Horizont. Fast sieht es schön aus, doch die mangelnde Vielfalt ohne Verstecke und geeignete Nahrung bedeutet das Aus vieler Tier- und Pflanzenarten. Trüffelplantagen sind Dauerkulturen. Was die Trüffelplantage einzigartig macht, sind ihre unterschiedlichen Symbiosepartner: heimische Waldgehölze und Sträucher. Die unterschiedlichen Wuchseigenschaften der Bäume und die vielen möglichen Pflanzformen bieten interessante Optionen der individuellen Gestaltung jeder Plantage. Wir können Einfluss auf das Landschaftsbild nehmen, fördern die Ansiedlung von Kleinsäugern, Reptilien, Insekten und Vögeln. Teilweise handelt es sich dabei um sehr seltenen Arten aus Flora und Fauna. So sind z.B. neben den bedrohten Lärchen auch Spitzmäuse (das sind Räuber – keine Pflanzenfresser!), Mauswiesel, Blindschleichen, Kröten und Hirschkäfer vertreten. Sogar Wildkatzen sind auf Trüffelplantagen zuhause. Das hainartige Erscheinungsbild bietet viele Verstecke für Nützlinge. Wildkatzen zum Beispiel haben sich wiederholt auf einer unserer Plantagen durch die Wildkamera ablichten lassen – was für eine Freude!
Die langfristig extensive Bearbeitung der Truffièren schont darüber hinaus das Grundwasser. So bietet eine Kultur von Trüffeln neben den ökonomischen auch immer viele ökologische Chancen.
Eine Win-Win-Situation für Natur und Mensch!
Für Kinder sind Trüffelplantagen ein einziger Spaß. Stellt man es geschickt und spielerisch an, kann man ihnen gleich mehrere Lebewesen näher bringen: Die unterschiedlichen Baumarten, das Leben der Pilze und das der sich ansiedelnden Tiere, das Bodenleben,… .Und immer dabei: ein „knuddeliger Trüffelhund“ der schwanzwedelnd durch die Reihen tobt.
Aber auch für Erwachsene oder höhere Schuljahrgänge kann der Trüffelanbau interessant sein. Ebenso wie für Forschungsanstalten oder kommerziell interessierte Unternehmer oder Gastronomen. Die Zusammenhänge in der Natur sind komplex!
Wo sonst könnte man das Zusammenleben von Baum und Pilz unterhaltsamer vermitteln als auf einer Trüffelplantage?


