Trüffelplantage - Was ist das überhaupt?

Eine Trüffelplantage entsteht durch die Bepflanzung geeigneter Flächen mit Trüffelbäumen. Trüffelbäume sind mit Trüffelmycel mykorrhizierte Laubbäume. Die Anlage einer Trüffelplantage ist nur in Verbindung mit der Pflanzung dieser Symbiosepartner als Wirtspflanze zu bewerkstelligen. Verwendung finden hierbei u.a. Arten wie Hainbuche, Hasel, Eichen, Rotbuchen und einige weitere Arten.

Grundsätzlich bleibt es dem Betreiber einer Trüffelplantage selbst überlassen, ob er sie nach südeuropäischem Vorbild (in versetzten Reihen) anlegt, oder andere Formen, wie z.B. Inselpflanzung mit dazwischen liegenden Freiflächen, bevorzugt.
Auch eine Einfriedung von Flächen durch Trüffelhecken bietet die Möglichkeit, hunderte von Trüffelbäumen zu pflanzen, während die umschlossenen Grünland-, Garten- oder Ackerflächen als Freiflächen erhalten bleiben.

Solange das benötigte Kleinklima und die grundlegenden Standortbedingungen nicht aus den Augen verloren werden, ist es sowohl dem Pilz als auch dem Baum relativ egal, in welcher Form sie gepflanzt wurden. Bislang sind uns auch noch keine natürlichen Trüffelstandorte aufgefallen, in denen die Bäume zum Beispiel genau 4×4 Meter auseinander wuchsen. Was das Pflanzbild betrifft, darf auf der eigenen Trüffelplantage also gerne gespielt werden! Auch, wenn Sie in Reihen pflanzen, erzielen Sie zum Beispiel durch unterschiedliche Pflanzabstände innerhalb der Reihen einen ganz persönlichen Charakter Ihrer Plantage.
Unser Motto: Je naturnaher, desto besser!

Standorteigenschaften

Gute Standorte befinden sich meist dort, wo natürlich gewachsene Böden auf kalkhaltigen Urgesteinen vorhanden sind, zum Beispiel auf Muschelkalk. Diese und ähnliche geologische Eigenschaften bilden das natürliche Kalkdepot, welches für den Trüffelanbau notwendig ist. Gut geeignet sind im Allgemeinen lehmig-schluffige Böden (z.B. Lößböden). Im Gegensatz zur Perigordtrüffel hat die Burgundertrüffel jedoch eine sehr große Standortamplitude, was sie auch an anderen Standortren, z.B. in eher sandigen oder tonigen Böden, gedeihen lässt.

Die wohl wichtigste Voraussetzung für Trüffelplantagen ist also der geeignete Boden.
Ein Großteil der Fehlschläge im Trüffelanbau wäre vielleicht vermeidbar, wenn sich die Plantagenbetreiber an das kleine Einmaleins des richtigen Standortes für eine Trüffelkultur hielten.

Neben grundsätzlichen Eigenschaften wie ein hoher Kalkgehalt (pH >7) sowie eine gute Durchlüftung und Entwässerung (keine Staunässe!), spielen auch die chemische Zusammensetzung und eine gute Wasserspeicherkapazität eine maßgebliche Rolle.

In jüngerer Vergangenheit haben sich Verfahren zur Aufbereitung zunächst ungeeigneter Flächen etabliert. Die notwendigen Maßnahmen werden anhand von Bodenanalysen ermittelt.
Der Fokus liegt u.a. auf dem Kalkgehalt: Das intensive Aufkalken zu saurer Böden beispielsweise, ist heute vielerorts gängige Praxis im Trüffelanbau.
Diese Maßnahme erlaubt es, den Trüffelanbau auch in Regionen umzusetzen, die aufgrund ihrer natürlichen Geologie eigentlich keine Trüffeln beheimaten. Gerade auf kleineren Truffieren oder im heimischen Garten sind solche Vorbereitungen sehr einfach umzusetzen! Es sei jedoch auch darauf hingewiesen, dass eine massive Aufkalkung immer auch ein immenser Eingriff in natürlich gewachsene Böden ist. Es gilt, im Einzelfall abzuwägen, ob und wie weit man in die Beschaffenheit des Bodens eingreifen kann, will oder muss.

Alttext!!!
Die Wald-Primel ist ein Kalkanzeiger. Wer sich ein wenig mit Kalk liebenden Pflanzen befasst, kann oft schon ohne Untersuchung eine ungefähre Einschätzung über das Vorhandensein von Kalk im Boden vornehmen.

Die Geologie des Jura, der Kreide und des Muschelkalkes sowie eine bergige oder leicht hügelige Landschaft bieten meist perfekte Bedingungen für Trüffelplantagen.
Grundsätzlich können aber überall dort, wo die richtigen Bodenverhältnisse zu finden sind (oder hergestellt werden), auch Trüffeln angebaut werden. Alle Regionen mit guter Bodenstruktur und relativ kalkhaltigem Urgestein kommen prinzipiell in Frage. Die Burgundertrüffel ist sehr anpassungsfähig und wurde in allen deutschen Bundesländern nachgewiesen!

Anders als bei südländischen Plantagen, auf denen meist die Perigordtrüffel (Tuber melanosporum) angebaut wird, fühlt sich die Burgundertrüffel (Tuber uncinatum) in etwas humusreicheren, von Halbschatten geprägten Habitaten wohl. Dies ist ein grundlegender Unterschied zu den Ansprüchen der südeuropäischen Knolle!
Auch die Exposition, also die Ausrichtung einer Fläche, spielt bei der Burgundertrüffel nur eine untergeordnete Rolle. Keinesfalls muss es, anders als häufig angenommen, unbedingt ein Südhang – oder ein Hang überhaupt – sein!
Jeder Standort sollte individuell betrachtet werden und dank der „Flexibilität“ der Burgundertrüffel, sind viele Flächentypen für einen Anbau geeignet.

Die Untersuchungen wilder Truffièren in Deutschland bezeugen die erstaunlich große Standortamplitude der Burgundertrüffel. Von skelettreichen, steinigen Böden über schluffigen Löß, bis hin zu feinen Lehm- oder tonhaltigen Oberböden reichen die Gebiete, in denen unsere wertvollste Trüffelart gedeiht.

Wasserverfügbarkeit des Bodens

Trüffeln sind Pilze! Und wie jeder andere Pilz auch, brauchen sie Wasser um zu überleben. In manchen Böden ist die Wasserversorgung fast ausreichend, da sie aufgrund ihrer Struktur eine gute Wasserspeicherkapazität haben. Mit ein paar Handgriffen lässt sich der Trüffelstandort so präparieren, dass vorerst keine zusätzliche Bewässerung nötig ist. Später, wenn der Pilz beginnt, seine ersten Fruchtkörper zu bilden, ist es ratsam, auf eine künstliche Bewässerung zurück zu greifen.

Trockene Jahre sind schlechte Pilzjahre. Wer für Wasser sorgt, hat mehr Pilze!

Trüffelanbau im Wald

Ein Trüffelanbau in bestehenden Wäldern ist nur bedingt möglich.
Häufig sind die Vorstellungen vieler Einsteiger zu optimistisch: „Springt nicht der Trüffelpilz auf die anderen Bäume über?“ Ja, das kann der Fall sein. Man kann Altbäume sogar nachträglich beimpfen. Die vegetative Verbreitung, also das Sich-Ausdehnen des Myzels, ist eine der Vermehrungstaktiken eines Pilzes. Er ist also tatsächlich in der Lage, von Baum zu Baum zu wandern. Doch alle Waldbäume beherbergen bereits viele weitere Pilzpartner, was bedeutet, dass ein gewisser Konkurrenzkampf im Boden besteht. Dass bereits etablierte Fremdpilze auf die jungen Trüffelsetzlinge übersiedeln, ist somit leider wahrscheinlicher, als der umgekehrte Fall.
Kleiner Tipp: Ihr Wald befindet sich auf einem kalkhaltigen Untergrund? Dort stehen Eichen, Buchen und Haseln? Es könnte sich lohnen, einmal zu überprüfen, ob es dort nicht längst schon Trüffeln gibt!

Ein weiteres Ausschlusskriterium für Trüffelkulturen sind Feuchtwiesen

Vor allem in Überschwemmungsgebieten ist eine Pflanzung von Trüffelbäumen zum Scheitern verurteilt! Staunässe ist eine Gefahr für die Entwicklung der Trüffelmykorrhiza. Das Myzel des Pilzes benötigt eine ausreichende Sauerstoffversorgung, die durch Hydromorphien, also Vernässung, nicht gewährleistet ist!

Trüffelanbau auf Obstwiesen?

Obstbäume bilden eine vollkommen andere Art der Mykorrhiza (die sog. Endomykorrhiza) und stehen deshalb nicht in Konkurrenz zu Trüffelbäumen (Ektomykorrhiza).
Beide können in Mischkultur nebeneinander bestehen, ohne dass eine Kontamination der Trüffelbäume zu befürchten ist. Ein weiterer Vorteil vieler Obstwiesen ist das bereits vorhandene halbschattige Kleinklima, das unsere meisten heimischen Trüffelarten bevorzugen.

Ein sinnvolles „Werkzeug“, um Ihnen einen groben Überblick über die Bodeneigenschaften Ihrer Flächen zu verschaffen,  ist für Niedersachsen beispielsweise der NIBIS-Geodatenserver. hier kann man, ähnlich wie bei Google Maps, ganz einfach in die gewünschten Bereiche zoomen (erst dann sind die Ortsnamen erkennbar!) und per Mausklick auf die jeweilige Fläche Informationen über die Bodenbeschaffenheit abrufen. Probieren Sie es doch einfach mal aus (klick aufs Bild)!

Pflanzung

Eine sachgerechte Pflanzung ist für Trüffelbäume von großer Bedeutung.
Es kommt darauf an, den richtigen Zeitpunkt zu wählen und die Trüffelbäume vor Verbiss durch Wildtiere zu schützen.
Wer Letzteres sicherstellen will, ist mit der Einzäunung der gesamten Trüffelplantage bestens beraten. Ein Wildzaun sollte unbedingt von Anfang an dafür sorgen, dass weder Reh- oder Rotwild, noch Hasen oder Kaninchen die meist noch sehr zarten Bäume verbeißen.

Die perfekte Pflanzzeit sind der Herbst und der Frühling.
Im Frühjahr sollte jedoch berücksichtigt werden, dass ein Wässern der Setzlinge notwendig sein kann, denn lange Trockenperioden können das Anwachsen der noch sehr sensiblen Trüffelbäumchen negativ beeinflussen oder sie schlimmstenfalls komplett vertrocknen lassen.